Essays über Internetgelaber und heimeliges Sprechen

Nachdenktexte über die Anziehungskraft von Dahergesprochenem im Spannungsfeld von Nähe und Distanz fernmündlicher (Tele-)Präsenzerfahrungen, oder auch: Warum verbringe ich eigentlich so viel Zeit auf YouTube, Twitch und vor allem mit Podcasts?

1. Intro: (Digitales) Heimeliges Sprechen

Warum Bob Ross auf Twitch nicht auffällt und was das mit dem Spannungsfeld von Nähe/Distanz unter digitalen Bedingungen eines mündlichen Webs zu tun hat.

2. Anwesenheit

Räumliche Nähe: Das Hier, Da und Dazwischen beim Hören eines Podcasts, Kopfhörer, der betroffene Leib und das Öffnen von Bierflaschen.

3. Gegenwärtigkeit

Zeitliche Nähe: Just Chatting Streams, Botenberichte, (Public) Liveness, Vergemeinschaftungspraktiken, Geteilte Gleichzeitigkeit und der Zugang zum Jetzt.

4. Verfügbarkeit

Kommunikative Nähe: Ko-Referenz, die Grenze zur Öffentlichkeit am Körper, immaterielle Güter, Ambient Intimacy und ein bisschen Voyeurismus.

5. Intimität & Authentizität

Emotionale (?) Nähe: Calibrated Amateurism, Inszenierungen von Als-ob-Authentizität, Intimate Soundwork und die Sehnsucht nach (sicherer) Unmittelbarkeit.

6. Körper & Stimme

Leibliche Nähe: ASMR Videos, akustische Close-ups, emotionale Sexarbeit, die Materialität der Stimme und warum es (oft) egal ist, ob jemand zuhört.

7. Heimeligkeit

Eine fernmündlich erweiterte Intimzone und die Sehnsucht nach Nähe trotz Distanz, aber bitte authentisch, sicher, angenehm, und bloß nicht langweilig!

8. Labern & Gerede

Die Teilhabe am Internetgelaber als konsumierbare Nähe, Vergemeinschaftung und Realitätsabgleich aus sicherer, unverfänglicher, häuslicher Distanz.


Diese Texte sind als Teil meiner Masterarbeit im Studiengang Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Universität der Künste Berlin entstanden.

Sie fühlen sich nicht so an, als würden sie zu einer Abschlussarbeit gehören, sondern als wären sie ein Auftakt. Ich hoffe, das Gefühl hält noch eine Weile an.

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